Hach ja. Die Menschen. Über ihre Herkunft habe ich ja bereits im Absatz über die Zwerge berichtet, daher unterlasse ich es an dieser Stelle.

Menschen existieren in vielfältigen Formen, Farben und Stufen der Ansehnlichkeit. Während manch von Schönheit gesegneter Vertreter dieses Volkes einem Elf gar nicht mal so unähnlich sieht (von den spitzen Ohren abgesehen), folgt das äußere Erscheinungsbild der Menschheit scheinbar keinen offensichtlichen Regeln der Natur oder gar einer göttlichen Schöpfung. Sollte Bravos wirklich hinter der Gestaltung dieser Wesen stecken, hat er scheinbar noch viel herum probiert, bis er zu einem endgültigen Schluss kam (glaubten die Elfen an Bravos als Schöpfer ihrer selbst, hielten sie sich vermutlich für ebendiesen, endgültigen Schluss).

So schwer die Menschen also optisch einzugrenzen sind, so lässt sich eines mit Sicherheit behaupten: Sie vermehren sich rasch und gern. Nicht zuletzt dieser Umstand hat sie wohl zum Einflussreichsten aller Völker Bravias gemacht.

Menschen haben den „Drang“, alles zu bebauen und immer neue Landstriche zu besiedeln. Im Gegensatz zu den anderen Völkern leben Menschen jedoch nicht immer miteinander, sondern oftmals gegeneinander. Die meisten Kriege und Intrigen der Weltgeschichte gehen auf das Volk der Menschen zurück, die so einiges unternehmen, um sich hervor zu heben oder ihren Machtbereich zu erweitern.

Einige Zwerge in den nördlichen Gefilden sehen die Menschen als große Krieger an, fürchten sie jedoch ihrer einnehmenden Art wegen. Ein Teil des elfischen Volkes scheint den Menschen noch immer nicht vergessen zu haben, dass ein großer Sprung in der menschlichen Entwicklung auf gestohlenem, elfischen Wissen aufbaut. Viele Helden der Menschen sind in den ganzen Reichen bekannt, ebenso wie die finstersten Gestalten ihres Volkes.

Eine Frage der Mischung

Ein pikantes Detail am Rande: Die Menschen gelten als das einzige, fremde Volk, dass die Elfen für eine mögliche Paarung in Betracht ziehen. In der langen Linie von bravianischen Königen gab es so manche Heirat zwischen beiden Völkern, samt halb-elfischem Nachwuchs.

Der gemeinsame Kinderwunsch zweier sich Liebenden aus jenen verschiedenen Völkern birgt jedoch ein gewisses Risiko in sich.

Überwiegt der elfische Teil, spricht man von der Geburt eines Halb-Elfs. Dominiert jedoch der menschliche Teil im Verlaufe der Austragung, ist das in der Folge zur Welt gebrachte Wesen ein dämonenhaftes, schrecklich anzusehendes Ungetüm, dass in der Regel unmittelbar dem Tode zugeführt wird.

Viele Gelehrte sind der Meinung, dass das Volk der Orks auf diese Art und Weise vor vielen Zeitaltern entstanden sein könnte und verurteilen die zwischen-völkische Fortpflanzung als Verbrechen am Geschenk des Lebens. Mit dieser Beurteilung der Situation stoßen sie allerdings auf wenig Zuspruch, was vermutlich dem königlichen Stammbaum, sowie dem Respekt vor der Obrigkeit geschuldet ist.

Manchmal kommt es dazu, dass reine Elfen- oder Menschenkinder zur Welt gebracht werden, wenn sich Vertreter beider Völker paaren.