Wer sich längerfristig in unserem wunderschönen Königreich niederlassen möchte, darf dies ohne weitere Genehmigung tun. Bravia ist ein sehr liberales Königreich, dass kaum jemanden den Aufenthalt verwehrt. Im seltenen Falle, dass ihr selbst Euch dem Volke der Orks zugehörig seht, muss die Genehmigung des nächstgelegenen Landgerichtes vorliegen, die ihr (um Ärger zu vermeiden) stets bei Euch tragen solltet.
In diesem Abschnitt möchte ich auf einige der Grundfesten unseres alltäglichen Lebens hinweisen.
Arbeit
Jene, die Arbeit suchen, wenden sich im besten Falle an eine Gilde, die ihrem angestrebten Berufswunsch entspricht. Es ist die Pflicht der Gilden, jedem Bewerber die Chance zu bieten, den von ihm gewünschten Beruf zu erlernen. Die Gilden dürfen dabei Aufnahmeprüfungen veranstalten, die aber nur zur Einschätzung herangezogen werden, aber in keinem Falle zum Ausschluss des potentiellen Auszubildenden führen dürfen. Sollten sich die Fähigkeiten des Prüflings zu sehr von den Anforderungen der Gilde unterscheiden, muss er einer ihm geeigneteren Gilde empfohlen werden.
In der Regel fällt bei der Ausbildung eine Gebühr an. Sollte der Bewerber jedoch nachweislich nicht in der Lage sein, diese Gebühr zu entrichten, muss sie von der Gilde entweder vernachlässigt werden oder ein Antrag auf Unterstützung durch das Königshaus gestellt werden.
Gilden
In Bravia existieren zahlreiche Gilden, die unterschiedliche Berufe und Interessen vertreten. Das Königreich Albion verfügt über kein eigenes Gildensystem. Dort werden einige, wenn auch nicht alle beruflichen Sparten durch gewählte Vertreter am Hofe der Königin vertreten.
Es nicht nicht notwendig, Mitglied einer Gilde zu sein, um einen ihr zugeordneten Beruf auszuüben – allerdings muss die Ausbildung des Handwerkes / des Berufs durch einen der entsprechenden Gilde angehörigen Ausbilder oder Meister durchgeführt werden.
Gildenhäuser befinden sich in:
● Bravis
● Graufels
● Nordrand
● Rigast
● Singen
● Südbinge
Der Übersichtlichkeit halber sollen an dieser Stelle nur die vier wichtigsten Gilden aufgeführt werden.
Gilde der Krieger
In der Kriegergilde versammeln sich vor allem jene, die ihr Kampfgeschick in den Dienst des bravianischen Militärs stellen. Die Gilde bildet geeignete Bewerber in verschiedenen Disziplinen des Nah- und Fernkampfes aus.
Auch jene, die nicht dem königlichen Militär angehören, weil sie sich beispielsweise der Abenteurergilde anschließen wollen, durchlaufen ihre kämpferische Ausbildung in der Regel bei der Kriegergilde oder zumindest einem ihrer Mitglieder.
In Folge der Gildenreformation im Jahre 2954 hat es sich eingebürgert, Ausbilder der Kriegergilde dauerhaft an andere Gilden mit Bedarf nach kämpferischer Ausbildung abzustellen. Dies wurde notwendig, da eigene Ressourcen wie Kasernen oder Ausbildungslager dem Zulauf an Schülern nicht mehr standhalten konnten.
Gilde der Magier
Die Magiergilde vereint alle rechtmäßigen Magienutzer Bravias. Sie gilt als eine der politisch einflussreichsten Gildes des Königreichs und nimmt am Hof des Königs einen hohen Stellenwert ein.
Bis vor nicht all zu langer Zeit war es lediglich Mitgliedern der Magiergilde gestattet, in aller Öffentlichkeit Zauber zu wirken.
Tatsächlich bedeutete dies, dass der Abenteurergilde zugehörige Magienutzer eine zusätzliche Mitgliedschaft in der Magiergilde vorweisen mussten.
Da dies in der Praxis sehr schwierig umzusetzen war (und sich sowieso niemand daran hielt, da “unrechtmäßig” gewirkte Zauber nur selten nachweisbar sind), hat man im Zuge der Gildenreformation einen “neuen Erlass zur Anwendung von Magie” beschlossen. Jener Erlass verpflichtet die Magiergilde, anderen bedürftigen Gilden eine ausreichende Anzahl an Meistern abzustellen, welche sich der Aus- und Weiterbildung der Magienutzer widmen sollen.
Gilde der Abenteurer
Bei der Abenteurergilde handelt es sich um eine beim Volke sehr beliebte, wenn auch teils umstrittene Vereinigung.
Die Mitglieder haben sich dem Dienst am Volke verschrieben. Jeder Bürger des Landes kann sich mit Anliegen, bei denen das Eingreifen kämpfender Unterstützung erforderlich ist, an eine der Auftragsstellen der Gilde wenden.
Diese Auftragsstellen lassen sich in beinahe jeder Stadt und jedem Dorf finden: Manchmal als Teil des örtlichen Gildenhauses, als Marktstand oder in Form von speziellen Briefkästen an öffentlichen Gebäuden.
Sollte der Auftrag in das Aufgabengebiet der Gilde fallen und ist moralisch gerechtfertigt, wird er im Anschluss an geeignete Gildenmitglieder vermittelt.
Umstritten sind die laxen Aufnahmebedingungen der Gilde, was neue Mitglieder betrifft. Ein Lebenslauf wird nicht gefordert und nach Straffälligkeiten nicht gefragt. Man wolle jedem die Chance bieten, einen wertvollen Beitrag für sein Volk zu leisten.
So landen natürlich häufig auch jene Krieger und Magier bei der Abenteurergilde, die von ihrer eigenen Zunft verstoßen wurden.
Schon häufiger soll es daher bei der Erledigung von Aufträgen zu Zwischenfällen, wie z.B. Diebstahl oder Erpressung der Auftraggeber gekommen sein.
Im Großen und Ganzen lässt sich aber festhalten, dass es sich bei der Abenteurergilde um eine sehr wichtige Institution handelt, die an Stellen aufräumt, für die sich weder die Krieger- noch die Magiergilde verantwortlich fühlen.
Gilde des Handwerks
Die zahlreichen, spezifischen Handwerker-Gilden Bravias haben sich im Zuge der Gildenreformation zu einer großen Handwerksgilde zusammengeschlossen. Dieser Schritt war nötig, um Kräfte zu bündeln und Verwaltungsstrukturen zu minimieren.
Im Jahre 3001 ging überraschenderweise die Gilde der Kaufleute unter großen Protesten vieler ihrer Mitglieder in der Handwerksgilde auf.
In der darauf folgenden Zeit kam es immer wieder zu Ausschreitungen bei Gildenversammlungen, was im Jahre 3009 zum gewaltsamen Tode des Gildenführers Ragast Grindwold durch die Hand eines wütenden Handelsmannes führte.
Seinem Nachfolger, dem für sein diplomatisches Talent berühmte Han Gelbkorn, gelang es, die Gemüter in den kommenden Monaten wieder etwas zu beruhigen.
Nachdem sich die Unzufriedenheit über den Zusammenschluss für eine Weile lang in Gleichgültigkeit zu wandeln schien, werden seit einigen Jahren wieder Verhandlungen über den Austritt der Händler und die Neugründung einer eigenen Gilde gefordert.
Viele vermuten, dass sich der Konflikt erneut zuspitzen und in gewaltsamen Auseinandersetzungen gipfeln könnte.
Das überaus lautstarke Mitglied des Gildenrates, der Kaufmann Gris Hamwick, hat in der jüngeren Vergangenheit mehrfach zu Streiks und Kundgebungen vor den Gildenhäusern aufgerufen und spielt somit eine entscheidende Rolle im Streit um die Unabhängigkeit der Kaufleute.
Das Desinteresse des Königshauses an dieser Debatte führt zunehmend zu einer Unzufriedenheit der Betroffenen ihrer Obrigkeit gegenüber.
Eine Demonstration der Kaufleute vor der Königsfeste in Bravis im vergangenen Jahr musste vom bravianischen Militär gewaltsam aufgelöst werden, wodurch es zahlreiche Verletzte gab.
Manch einer denkt, es könnte bald zu einem Putsch kommen.

